Später Jahresbeginn 09!

 

Der Winter dauert immer länger als der Sommer, so kommt es einem zumindest vor. Nur dieses Frühjahr konnte einfach nicht ins Land ziehen, da die Kälte sich nicht verziehen wollte.

Wenn man nicht gerade verrückt genug ist sich auch im Winter bei Minusgraden in der Nacht ans Wasser zu hocken, vorausgesetzt wir haben noch eine eisfreie Zeit, dann ist der Winter ja halbwegs erträglich.

Nur das ist der Reiz jedes Karpfen-Freaks, Karpfen vom Frühjahr bis in den Winter hinein zu überlisten, da freuen wir uns über jeden Piepser, der aus unserer Funkbox kommt. Und sei’s ein Beifang wie bei mir. Dieser Kasperl von einer Rotfeder, die mir zeigte, wie Catch and Release wirklich funktioniert und das ist kein Aprilscherz gewesen.

 

 

Ja ich hab’s verstanden, Ihr auch?    

 

Auch dieser Hecht nahm mein Boilie offensichtlich um einen Kannibalen zu entkommen, und er hat Glück gehabt. Die Frage ist nur, wie lange? Da die Schlossteiche einen guten Bestand an Hechten haben.

 

 

 

Aber dass mein Jahr so beginnt, hätte ich nicht geglaubt. Eine Rotfeder und ein Hecht auf der Flucht, Wahnsinn, was für ein Start ins neue Angeljahr 09.

Nur das änderte sich schneller als ich glaubte, aber irgendwie auch erhoffte.

 

Ich fischte das erste Mal in diesem Jahr und das am unteren Schlossteich in Riegersburg auf Platz zwei, da hier die Möglichkeit besteht, im Tiefen zu fischen, wenn es so kalt bleiben sollte, oder am Rand im Seichten sollte die Sonne das Wasser etwas erwärmen.

Meine Köder bevorzuge ich von Roland, da ich mit Paro Baits sehr zufrieden bin, meine Lieblings Baits sind Rolis Boilies, Tiger-Haselnuss und Paro Fisch, auch die Pop-Up für Schneemann-Montagen nehme ich nur mehr von Paro Baits, denn die schwimmen einzigartig und immer, auch nach Tagen.

Da ist Selberrollen nicht mehr nötig, da Roland sehr darauf achtet, dass seine Produkte auf der natürlichen Schiene produziert werden und das macht er selbst. Hier weiß ich was ich kaufe und welche Qualität ich habe.

Nicht wie die Fertig Baits, die in Massen verkauft werden und sicher nicht die Qualität haben, oder haben können, wie welche, die in kleinen Mengen  produziert werden. 

 

Jeder hat so seine Vorliebe zu seinem Hersteller und wird nur selten davon abweichen, aber immer wieder habe ich Kontakt zu Gastfischern, die sich mit Ihren Baits schwer tun Karpfen zu überlisten. In den Fällen, wo ich meine Hilfe angeboten habe, und die sie annahmen, wurde deren Meinung schnell geändert und nach Erfolg akzeptiert.

 

Ich nahm noch original zugeschweißte Boilies, da ich die Ausgetrockneten vom letzten Jahr nicht vorbehandelt habe und ich bei diesem kalten Wasser eher weiche bevorzuge, da die auch noch das volle Aroma haben und schneller arbeiten.

 

 

Da war ich nun, meine erste Angelsession vom 9- 12 April alleine, ohne meinen Freund Enrico, der mich vier Jahre lang Tag und Nacht auf meinen Angeltouren begleitet hat.

 

Ich hoffte auf Erfolg und fischte nur mit PVA, da ich die Karpfen nicht mit Futter überschütten wollte und ich wusste ja auch noch nicht, wie die Fresslaune der Karpfen sein wird. Um 20.40 Uhr war es soweit, mein erster Karpfen, Vollrun, mit einem schönen Drill, und sicher in den Kescher. Immerhin durfte ich mich über einen Spiegler von 9,7 kg freuen, mein erster für dieses Jahr, „YES“!

Dann war es auch schon wieder vorbei. Die ganze Nacht keinen Piep, kein Klatschen an der Oberfläche, nur die Ratten nervten die ganze Zeit über.

 

Am nächsten Morgen erstmal Körperpflege und einen Heiligen-Morgen-Kaffee oder zwei. Danach Ruten raus und Futter anmischen, denn jetzt wird gefüttert.

Ein Kilo Rolis Boilies mit Paro- Mino, Aminopulver und Rote  Mückenlarven Extrakt, darüber noch einen Schoko-Guss, NEIN, Scherz,  ein halbes Kilo Tiger-Haselnuss-Boilies geschnitten dazu und das Ganze ziehen lassen.

Ich wollte nur einen Spot auf 120 Meter anlegen, um das Futter nicht zu sehr zu verteilen und alle drei Ruten wurden drauf abgelegt.

 

Das Anlegen eines Futterteppichs ist keine Kunst, das schafft wohl jeder, aber die Hakenköder so zu präsentieren, dass diese auffallen und unwiderstehlich für unsere geschuppten Freunde sind, das ist ein Kapitel für sich. Unzählige Berichte und Erfahrungen die jeder glaubt oder meint, passen nicht immer zu jedem Gewässer, fast immer hat man eine neue Begebenheit, sei es Wetter, Temperatur, Wind, Luftdruck, Mond…… da gäbe es kein Ende, ja selbst wenn der Wasserstand von heute auf morgen sich ändert kann das alles umwerfen.

Das Fangen der Karpfen wäre einfach, man müsste nur die Stellen finden, an denen das Naturfutter entlang schwimmt. Das meine ich, weil ich immer wieder merke, dass an den Stellen wo ich Mückenlarven auf meinen Montagen habe, auch viele Fische fange. Daher meine Vermutung die richtige Temperaturschicht am Grund die dem Naturfutter zusagt bringt auch Erfolg. Am Ende des Berichtes habe ich einen Naturfutter-Junkie auf die Matte gebracht, aber seht selbst.

Also das wäre mal ein Bericht, falls es jemanden gibt, der damit auch Erfahrungen hat und darüber erzählen kann.

 

Nun zurück zum Thema: die linke Rute bestückte ich wieder mit Solar-Pineapple & Cream 10mm-Pop-Up so wie am ersten Tag bei der lieben Rotfeder. Die mittlere Rute mit Rolis Boilies und zu guter Letzt die rechte Rute mit Tiger-Haselnuss und kurz vor Mittag war das Menü fertig angerichtet, das große Warten konnte beginnen und fürs Mittagessen blieb genug Zeit.

Die Sonne lacht mit voller Kraft herunter, sodass mir ganz schön warm wurde. Weil die Nacht nicht gerade angenehm war, genoss ich es umso mehr.

 

Es ist auch schön wenn man zwischendurch Zeit hat die Natur zu beobachten und sehen kann, wie diese erwacht aus seinem langen Winterschlaf. Alles war so schön bis:

 

„Pieeeeep“ ohne Pause, der Delkim der rechten Rute überschlug sich regelrecht und unterbrach meine Gedanken. Gegen 13.20 Uhr nahm ich die Rute auf und der Kampf ging los, es dauerte eine schöne Zeit bis ich den Burschen zu sehen bekam. Eine Flucht folgte der anderen aber das Warten hat sich ausgezahlt, mein zweiter Karpfen für dieses Jahr und er brachte 13 Kilo auf die Waage und vorher entledigte er sich noch der gefütterten Boilies auf meiner Matte.  Ein schöner Haufen Teig muss ich sagen ich glaube, der hat alles gefressen was ich rein geschmissen habe.

 

 

 

So um 14 Uhr war diese Rute wieder am Platz ohne den Köder zu wechseln, da ich weiß, dass die Paro Baits lange halten und ihr Aroma immer gut abgeben. Immerhin halten die Boilies über 24 stunden ehe sie sich auflösen und auflösende Boilies fangen bekanntlich besser.

Da musste ich ein halbes Kilo Tiger-Haselnuss nachfüttern im Falle, dass der lange Schuppi wirklich alles weggefressen hatte und sicherlich war er nicht alleine da, ich sah wie Luftblasen bei meinen Platz aufstiegen. So um halb vier nachmittags stellte ich Kaffeewasser auf den Ofen, aber das wurde nicht mal lauwarm, da fing das Spektakel wieder an. Die rechte Rute und wieder ein schöner Spiegler mit 10,4 kg, der war so was von rund und dick, einfach ein Traum.

Oft passt der Kopf nicht zum Körper, da er so klein ist, weil die Karpfen so schnell wachsen. Wir haben im Frühjahr Karpfen gefangen, die bis zum Herbst knapp fünf Kilo zugelegt haben.

Das liegt wieder am Naturfutter, das wir Angler sicher nie anbieten können und werden!

 

Rute raus und weiter ging’s, bis 19.15 fing ich noch drei Karpfen auf der mittleren und rechten Rute mit 9,5- 9,7 und 8,7 kg. Bis dahin hatte ich sieben Karpfen auf meiner Habenseite.

Dann ging’s wieder bergab, einer ist mir ins Schilf und verabschiedete sich. Danach habe ich noch zwei Fische im Drill auf dieser Rute verloren.

Bis ich den Hacken anschaute, die Spitze  war verbogen und ich hab’s nicht gemerkt.

Um 1.10 ging es wieder los! 10,50 kg, aber es war so was von s.. kalt, dass ich kein Foto machen wollte. Um 1.55 Uhr der erste auf der linken Rute mit 7,6 kg, und das sollte der letzte für dieses Wochenende auf den Solar-Pop-Up bleiben. Vielleicht hätte ich den Köder tauschen sollen, aber ich hoffte noch auf einige bisse.

Bis 4.40 Uhr gingen noch drei Runs ab, aber nur einer mit neun Kilo wollte Kontakt mit meiner Matte haben. Jetzt war es auch Zeit zu schlafen, denn die Nacht war sehr hart und kalt gewesen.  Vom Stress erst gar nicht zu reden.

Nachdem die Sonnenstrahlen mein Zelt auf 30° erhitzten, war ich wieder halbwegs fit und aufgetaut gewesen, und musste für einen Kurzbesuch nachhause fahren.

 

Zu Mittag wurden die Eisen wieder scharf gemacht. Wie am Vortag blieb  alles gleich, nur das Futter verdoppelte sich und für Nachschub wurde gesorgt.

 

Das war wohl das richtige Füttern ohne Ende und die Bisse bewiesen, dass diese die richtige Taktik sei und von nun an kühlten die Delkims nicht mehr aus.    

 

 

13.30 Uhr 11,10 kg danach leider wieder zwei Aussteiger und einige Karauschen. Um 19.25 Uhr 7,9 kg.

 

Um 20.40 Uhr dann das volle Chaos, alle Delkims pfiffen wie verrückt! Unglaublich, ich wusste nicht welche Rute ich aufnehmen sollte, bis ich bemerkte, dass nur bei einer Daiwa die Schnur ablief. WOW, die Rute knallte voll durch und die Bremse konnte keinen Widerstand leisten, aber ich hatte die ganze Nacht Zeit und machte mir keinen Stress.

Es war eine gute halbe Stunde später, als ich etwas Schnur auf die Rolle

brachte, spürte ich das eigenartige Schwimmverhalten! „Ein STÖR?“ fragte ich mich und ich sollte Recht haben: 118 cm mit 11,8 kg.

 

Der Bursche hatte einiges an Unruhe auf meinen Futterplatz hinterlassen und so kam wieder etwas Futter auf den Spot.

Um 23.45 Uhr lag der nächste auf der Matte zur Visite mit 10,20 kg. Auch das war wieder ein schöner Drill, trotz kalter Wassertemperaturen.

 

   

 

Nun war wieder „Liege abhören“ angesagt bis um acht Uhr früh als mich eine Nervensäge von Karausche quälte, die spielte schon eine Stunde am Köder und machte dann auch noch den Fehler, und blieb am Haken hängen. Nun musste ich mich erheben und das Ding entfernen.

 

Der letzte Tag ist angebrochen und ich war bis dahin sehr zufrieden

und wie sollte man das noch schlagen, es geht, glaubte ich, auch gar nicht.

 

9.40 Uhr Schuppi mit 12,6 kg und gleich wieder füttern.

 

 

11.05 Uhr Schuppi mit 5,7 kg, der Kleine hat wohl nicht nach Hause gefunden.

 

13.30 Uhr Schuppi mit 13 kg, der war mir gleich bekannt vorgekommen.

Den hab ich doch am ersten Tag gefangen!! Und gleich wieder nachfüttern, die Karpfen haben anscheinend ihre Diätphase nach der Winterpause  hinter sich gelassen und werden gleich wieder zu Fressmaschinen.

 

 

 

Da kommt das Unmögliche: 17.30 Uhr Biss- Drill- Keschern und auf die Matte. Und siehe da,  wieder eindeutig ein Bekannter, das war mein dritter Karpfen von diesem Wochenende mit 10,4 kg und da hatte er erstaunliche 11,1 kg, er war vollgefressen mit Paro Baits, die ich die letzten Tage gefüttert habe. Als ich den Dicken zurücksetzte, da pfurzte auch der sich die Baits aus den Leib, und hinterließ eine Riesenwolke mit der Handschrift von Paro.

 

 

Selbst der nächste Schuppi um 19.15 Uhr war ein Wahnsinn.  Lang, bullig und 11 kg! Das Maul war rein und dürfte noch nie gehakt gewesen sein. Als ich ihn auf die Matte legte, die im Wasser schwamm, pfurzte er gut einen  Liter Rote Mückenlarven auf die Matte. Da war kein Brösel eines Boilies mit dabei. Der dürfte sich lediglich von Naturfutter ernährt haben und ist übrigens kein Fisch der 2004 als Besatz in den Teich eingesetzt wurde, da unter den kleinen Setzlingen keine Schuppis dabei waren, nur Hand erlesene Spiegler.

Im Jahr 2005 sind dann etliche Jungtiere nach dem Laichen durchgekommen, und das war einer davon.

Am ersten Platz saßen zwei Gastfischer aus Salzburg. Werner und Herbert (schöne Gruße auf diesem Weg Jung´s, bis zum nächsten Besuch!). Herbert kam her um es sich anzuschauen, er staunte nicht schlecht. 

 

 

Hier kann man schön sehen, wo die Mückenlarven kleben. Die zwei Teiche haben so viel an Naturfutter, dass es zeitweise schwierig ist, Karpfen zu überlisten, aber meine Meinung kennt ihr ja bereits!

 

 

Um 22.45 Uhr hatte ich schon alles eingepackt, da wollte sich noch ein schöner Schuppi mit 11,4 kg bei mir verabschieden und so beendete ich mein erstes Wochenende in Riegersburg.

 

 

 

Die linke Rute hat mir nur einen Fisch gebracht. Die rechte und mittlere hingegen hatten volle Aktionen  mit elf Fischen über zehn Kilo und neun mit dem Hecht darunter. Damit konnte ich mehr als zufrieden sein.

 

Die Paro Produkte überzeugten die Karpfen sicher genau so wie mich. Ansonsten wären die wohl nicht am Platz geblieben und hätten weiter gefressen und gebissen.

 

Bis zum nächsten Mal!

Nur die Dicken, Alter!

 

Paro Baits Austria Carp Team  

Werner K.

 

PS.: Habt eure Fische auch so lieb wie mein Freund Auge aus Deutschland!