Personal Best? Nein nicht wenn man Ihn erwartet!  

Wer träumt nicht davon seinen Personal Best jedes Jahr zu verbessern, oder hofft darauf ihn wenigstens zu wiederholen? Man kann nichts erzwingen, auch wenn man alles versucht, es aber einfach nicht klappen will. Da helfen auch keine Wunder, sondern ein bisschen Glück und die richtige Taktik! Zu dieser Zeit stand ich bei 19,8 kg und meine Steigerung die Jahre über ging nur zäh nach oben.  

       

    2005 Schuppi 16,5 kg                                  2006 Schuppi 17,2 Kg
 

        

   2007 Schuppi 13,6 Kg                        2008 Schuppi 17,6 Kg     
 

      

    2008 19,8 kg                                    2009  19,5 kg
 
     

Der Angeldruck ist auch nicht das Problem, das wir auf den Schloss Teichen haben sondern das enorm hohe Angebot an Naturfutter. Die Karpfen sind einfach nicht an unsere Köder angewiesen und somit ist es auch nicht leicht, diese zu überlisten. Es gibt am unteren Teich Karpfen, welche seit 2004 nur ein oder zwei Mal gefangen wurden.

Hier einige Beispiele:
Mein Freund Heavy mit unserem „Long John“. Der wurde am 7.5.06 das erste Mal gefangen. Besonders auffällig waren die Länge von ca. 105 cm sowie  die Schwanzflosse von ca. 25 cm Höhe, bei einem Gewicht von 10-11 kg.

Ein gutes Jahr später hatte Roli das Glück und konnte ihn wieder mal auf die Matte legen, aber bei einem Doppelrun blieb ihm keine Zeit zu fotografieren oder wiegen, da das Wohl des Fisches vorgeht.  

        

Diesen Schönling mit 9,2 kg namens „LADY“ habe ich 2008 gefangen. Bis dahin kannte den keiner und gesehen hab ich ihn auch nicht mehr.

Dieser Amur mit elf Kilo war der Einzige überhaupt in den sechs Jahren bis zu diesem Frühjahr. Im Herbst 09 wurde wieder ein Amur gefangen.  

 

  2008 Name Lady 9,2 kg                                       

 
 

2006 auch hier von Michi ein schöner Halbzeiler mit Schuppen bis acht Zentimeter blieb unbekannt.  

 

2006 Name “Schecki“

2008 Name „Enrico“ 14,6 kg
(weisse Schwanzspitze)

 

Als wir uns im Frühjahr 09 für die Cups  anmeldeten, meinte Horst, dass die Zwanzig Kilo Marke jetzt endlich zu knacken wäre, da die Gewässer, auf denen wir die nächsten drei Cups fischen, einen sehr guten Bestand haben!

Doch es kam alles anders!!! 

Wir, mein Freund und Team Partner Horst und ich, Werner, waren vom 4. bis 8. Mai 2009 auf einem Carp Cup in Ungarn am Maconca.  

                    


Die folgende Woche fischten wir vom 11. bis 15. Mai  den Carp Brothers
Carp Cup am Palotas to Ungarn.

Wir fischten seit zwei Jahren miteinander für das Austria Carp Team Paro Baits von Pareis Roland, der sein Geschäft in Mödring und die Teiche in Riegersburg hat. Mit den Produkten von Paro Baits sind wir sehr zufrieden und haben auch schon schöne Erfolge verbuchen können.

Als Neuversuch hatten wir eine neue Sorte von Paro Baits Leber Boilis mit dabei. Bei den ersten Versuchen hatten wir schön gefangen und hofften auf weitere Erfolge.  

Wir sind eigentlich immer vorne mit dabei, außer am Maconca Cup, da sind wir regelrecht untergegangen.

Am Carp Brothers Cup haben wir den 7. Platz erreicht und waren mit diesem Ergebnis sehr zufrieden, da immerhin 49 zum Teil gute Teams am Start waren. Die neuen Leber-Kugeln haben mich hier nicht enttäuscht.

„Aber“ kein Fisch über 20 Kg? Wo waren die bloß, Horst meinte am Shumba Cup hätte ich die nächste Chance, aber da lagen noch 5 Tage dazwischen.  

Am Samstagabend kam mir die Idee, da ich am Vortag erst spät abends von Palatos zurückkam, dass ich noch alles sortieren muss. Kurzerhand entschloss ich mich am unteren Schlossteich mein Glück zu versuchen, in einer Kurzsession von 12 Stunden, denn da hatte ich genügend Zeit all mein Takle zu ordnen. „Riegersburg ich komme“.  

Um 19 Uhr war alles fertig angerichtet! Tiger-Hasel-Nuss mit Himbeer- Honig Pop Up auf der ersten Rute, die zweite mit Leber und Ananas Pop Up, die dritte mit Seiden Raupen Boilies  und zuletzt das ganze mit Paro- Mino verfeinert.

Nun wartete ich mit einem extra für Großkarpfen angelegten Spott, den ich mit der Futterrakete mit Drei-Kilo-Boilies und Partikel angefüttert habe, auf die erste Aktion der drei Ruten, die darauf lagen.  

     

So um 20 Uhr bekam ich von drei Älteren Damen einen Besuch abgestattet. Sie hatten gegenüber im Gasthaus Buresch Geburtstag gefeiert und wollten nur sehen was ich da so mache, da sie noch nie so ein Lager bei einem Fischer gesehen hatten?! Wie meinten die das? Ich habe ja nur ein Zelt stehen gehabt, aber der Anhänger mit der Solaranlage war wohl etwas gewöhnungsbedürftig für die drei Damen. Und das „Ding“, auf welchem die Ruten drauf lagen, haben sie noch nie gesehen. Naja, aber Sie waren nett und haben höflichst gefragt, ob sie „gucken“ dürften.

Dann bekam ich von ihnen noch Glückwünsche, dass ich den Fisch auf den ich wartete, noch bekommen würde. Natürlich bedankte ich mich bei ihnen und sie fuhren nach Hause.  

Ich wußte aber, dass ich auch „Schneider“ Heimgehen kann, denn immerhin fingen die Fische zu Laichen an und das ist bekanntlich immer schlecht.  

Um 22.50 Uhr fing einer der Delkim an zu singen. Ach wie schön! Ein super Gefühl, nur keine zwanzig plus, aber ein schöner Karpfen auf der neuen Leber-Kugel.

Gegen ein Uhr hatte ich abwechselnd immer wieder einzelne Piepser, aber das waren sicher die Karauschen, die sich die Partikel aus dem Schlamm holten, aber keine Runs. Die Karpfen waren auch sehr aktiv, sie sprangen, und im Schilf raschelte es ohne Ende, nur die Bisse blieben aus.  

Ich hatte einen guten Schlaf, bis sich um 7.10 Uhr derselbe Delkim mit Paro Leber wie am Abend meldete. Er war aber sehr zaghaft und wollte nicht so sehr abfahren, bis ich die Rute aufnahm, da glaubte ich, ich hänge, zuerst stand er nur und die Tribal 13300 bog sich. Dann legte er Los! Non Stop ca. 50-60 Meter ohne Pause und dann ging er auf den Grund, wo er seine Bahnen zog, wie ein Waller, aber die haben wir nicht.

Daher kann es nur er sein -  „The Big-One“ - hoffte ich zumindest denn oft habe ich schon Fische gedrillt, die ich nach einer bis eineinhalb Stunden Drill mit 12 bis 18 kg auf der Matte hatte; wo mein Freund Hevy auch meinte: „Das ist er!“ Nur dem war nicht so.   

Nach gut einer dreiviertel Stunde hatte ich ihn dann das erste Mal gesehen. „Das kann sich ausgehen!“ schoss mir durch den Kopf und ich sah, dass der Haken fest in der Unterlippe saß. Dann war es soweit. Er war im Netz, die Tribal-Maschen hatten ihn fest im Griff. Ich legte die Rute ab, sprang mit der Waage und Desinfektionsmittel bewaffnet zu ihm ins Wasser, beim Anheben auf die Matte sah ich das Schönste, was jeder Karpfenangler gerne sieht: lang, hoch und dick, wunderschön, dann kam was kommen musste: „Piiiiiiiiep!“ schrie der Delkim der zweiten Rute, aber das war mir irgendwie egal.  

Die Waage zeigte mir, was ich hoffte, mein erster Karpfen mit 20,60kg! Ob es Big Knacki war wusste ich zu der Zeit noch nicht, da wir sechs verschiedene Karpfen mit vier Schuppen auf der Schwanzwurzel haben, aber er war es!  Letztes Jahr hatte ich ihn mit 19,8 kg. Nach dem Foto-Marathon bekam er noch einen Kuss und wurde in sein Element entlassen.  Da fiel mir ein, dass sich die Rute mit der Tiger-Haselnuss ja auch gemeldet hatte, aber was da drauf war konnte mir egal sein, und wen er nur drei Kilo hat und ein wunderschönes Schuppenbild hat, freute ich mich auch schon darüber, aber er hatte 8,7 Kilo und war schön gezeichnet.  

  Er wollte sich nur nicht fotografieren lassen.

   

Beim Zusammenpacken dachte ich nur wie das nächste Woche am Shumba Cup wäre, ob wir da auch so ein Glück haben?? Paro Baits wird’s schon machen und eine gute Taktik von Horst, dann passt alles wieder!  
Zwei Wochen Hardcorefischen und keinen Karpfen über 20 Kilo. Nur die, die verloren gegangen sind, die konnten wir nicht abwiegen, nur das ist so und nicht anders.

Und was haben wir gelernt? Das Beste liegt doch so nah!!!

Nur die Dicken alter, gell Lenzi!  

Vielleicht sehen wir uns mal in Riegersburg!

Gruß,
Werner  
PS.: Besten Dank an Roli (Paro Baits)