Short Session an meinem Hausgewässer
Walter Wimberger

Hallo, ich bin Walter Wimberger und 26 Jahre alt. Inspiriert von meinem Vater, gehe ich seit meinem 10. Lebensjahr angeln. Nach einer Pause packte mich dann vor ca. 4 Jahren das Angelfieber und ich spezialisierte mich auf Karpfen.

Am Meisten fische ich an meinem Hausgewässer, wobei es mich aber manchmal auch zur Abwechslung ins Waldviertel oder zu Roli's Schlossteiche (Rolis Big Carp Water) zieht. Bei meinem Hausgewässer handelt es sich um eine Kiesgrube (Baggersee), welcher eine Größe von ca 12 ha und eine Wassertiefe von durchschnittlich 4 - 5 Meter hat.

Ich angle fast jeden Feitag auf "meinem" Stammplatz, den ich stets unter Futter halte, d.h. ich gehe fast jeden 2., spätestens aber jeden 3. Tag zum Anfüttern. (Mein Hausgewässer liegt auf der Strecke zur Arbeit, also habe ich dadurch wenige Umstände). Futtermenge beträgt ca. 1 bis 2 kg, aufgeteilt auf 2 Hot-Spots.

Auf meinem Hausgewässer angle ich auf zwei Spots, wobei ich mit dem ersten auf ein Plateau in ca. 80 m Entfernung und mit dem zweiten ein weiteres in halber Weite anwerfe. Diese Plateaus sind nicht besonders großflächig, jedoch bilden sie eine interessante Kante von 7 m Wassertiefe, auf ca. 3,5 m ansteigend.

Beide Ruten beködere ich mit selbst gerollten Fischmix-Boilies (Mehle von Roli), welche ich mit Zutaten wie z.B. Amino Karpfen (Broxtermann), Vitamealo (Broxtermann), Karpfen Honig (Broxtermann), etwas Between the legs (Broxtermann) sowie den neuen Fisch-Flavour "Stop" von Roli (PARO BAITS) verfeinere. Dazu füttere ich jeweils ca. 3 bis 4 handvoll Boilies pro Spot. Als Montage verwende ich ein Vorfachmaterial von Fox (Delude 15lb), welches ich mittels Knotless Knot an einen Korda Wide Gape Haken Größe 4 binde und mittels Schrumpfschlauch etwas "verschärfe". Als Blei bevorzuge ich die neuen Kling on Leads von Fox (die flachen mit den Noppen), da diese besonders gut an den ablaufenden schrägen der Plateaus liegen bleiben. Diese werden als Seitenblei durch ein Safety Lead Clip auf ein Lead Core gefädelt.

Auch am Freitag, dem 23. Juni 2006, angelte ich an meinem Hausgewässer. Es sollte nicht lange dauern, da die Fische aktiv waren und es zeigten sich auch schon bald Aktivitäten am Plateau, welches ca. 40m entfernt lag. Nach etwa 2 Stunden, gegen 16 Uhr, meldete sich dann mein rechter RX mit einem kurzen Biep, wobei kurz darauf auch schon der erste Vollrun folgte. Nach kurzem heftigen Drillen konnte ich einen schönen 11,5 kg Schuppenkarpfen über den Kescher ziehen. Nach kurzem Landgang, Wiegen und Versorgen des Hakeneinstiches konnte er sogleich wieder zurück in sein Element.

Doch es sollte nicht der letzte Fisch des Tages sein, und so folgte nach ca. 2,5 Stunden auf der gleichen Rute ein Vollrun aus dem Nichts. Es schien der Platz mit meinen Kugeln den Karpfen an diesem Tag besonders zu gefallen. Nach kurzem Anhieb folgten sogleich mehrere wilde Fluchten und der Fisch zog bestimmend in Richtung Seemitte, wobei mir gleich bewusst wurde, dass es sich um einen etwas größeren Fisch als den vorigen handeln musste. Nach etwas längerem vorsichtigem Drillen konnte ich auch diesen Fisch über den Kescher führen und beim Herausheben auf die Abhakmatte sah ich, dass es ein wirklich guter Spiegelkarpfen war. Das Wiegen bestätigte mir meine Vorahnung und zeigte das tolle Gewicht von 16,7 kg, was meine Freude riesengroß machte, denn dieser Karpfen war heuer mein erster 15+ an "meinem" Hausgewässer. Anschließend rief ich sofort meinen Angelkollegen, der ebenfalls zu dieser Zeit am Wasser war, damit er noch kurz ein paar Fotos von meinem Fang schoss und wir gaben ihn schließlich versorgt wieder in sein kühles Nass zurück.

Mir persönlich macht es großen Spaß auf meinem Hausgewässer zu angeln, da ich mit sorgfältiger Vorbereitung (Vorfüttern) auch bei Short-Sessions (7-10 Stunden, auch jederzeit außergewöhnliche Erfolge (Gewicht oder Menge) haben kann.

Ich wünsche euch allen ebenfalls erfolgreich Short-Sessions und ein erfolgreiches Angeljahr.

Bis dann,
Euer Walter W.